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Weitersteigerinnen 0

Jun16

Durchaus interessant ist ein Artikel, den ich heute auf den Internetseiten der Grünen Jugend entdeckt habe. Dort wird von einem Seminar berichtet, welches sich offenbar nur an Damen richtet, und dort kommt es auch zu der schönen Bildunterschrift “Die Teilnehmerinnen des Weitersteigerinnenseminars“.

Die Frage, was genau “Weitersteigerinnen” sind, wird in dem Text leider nicht beantwortet. Der Autor (vermutlich eine Autorin) des Textes ist leider nicht angegeben, sonst hätte man ihn eventuell kontaktieren können. Wikipedia weiß ebensowenig eine Antwort wie Google, letzteres hat aber immerhin eine Seite indiziert, aus welcher ein Zusammenhang mit anderen Wörtern eine Bedeutung des Wortes zulässt. Hier wird nämlich von “Einsteigerinnen, Weitersteigerinnen und Fortgeschrittene” (uni-protokolle.de) gesprochen.

Wirklich interessant ist aber, wie hier Einfluss auf die Sprache genommen wird. Das ehrenwerte Motiv der Gleichberechtigung belastet die Sprache hier aber derart, dass sie albern und umständlich wirkt. Gerade die Aufzählung von uni-protokolle.de zeigt, dass nicht jedem maskulinem Wort einfach ein “-Innen” angehängt werden kann, um es weiblich zu machen. Bei “Fortgeschrittene” gibt nur der Artikel Auskunft über das Geschlecht der Personen, bei der Mehrzahl – “die Fortgeschrittenen” – ist der Artikel zwar “nur” weiblich, umfasst aber alle Geschlechter. Und so ist es auch sinnvoll.

Wenn Frauen Briefe schreiben, dann dürfen Sie ruhig auch Absender sein, und müssen nicht zwingend Absenderinnen genannt werden. Denn wer diese Art von Sprech- und Schreibweise fordert, der müsste z.B. auch den Begriff “Sündenziege” für weibliche Sündenböcke fordern. Aber wer möchte sich derart lächerlich machen?

Wo sind eigentlich die Männer, die ihrerseits Gleichberechtigung in der Sprache fordert? Wie nämlich soll denn eine männliche Schlange heißen? Der Schlang? Der Schlangerich? Und wo bleiben bei den Geschwistern eigentlich die Brüder? Nein, solche Gedanken sollte man sich nicht machen. Wieder mehr Inhalt bitte!

Das Seminar an sich, um nocheinmal auf meine einleitenden Worte zurück zu kommen, ist eine gute Sache um Sprach- und Sprecherziehung von jungen Menschen zu fördern, Reden vor Publikum zu üben und überhaupt ist es ein gutes Training selbstbewusst anderen Menschen gegenüber zu treten. Daher sollten demnächst auch männliche Teilnehmer eingeladen werden. Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch eine Person zu diesem Seminar einladen, die es besonders nötig hat: Franziska Drohsel

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