Briefwahl 1
Da ich am Kommunalen-Wahltag diesen Jahres genüßlich am Strand von Cala Ratjada flaniere, habe ich mich für die Briefwahl entschieden. Klar, gewählt werden muss natürlich. Gerade das Amt des Bürgermeisters möchte man nicht in den falschen Händen sehen, und auch die Sitzverteilung im Stadtrat ist nicht immer unwichtig. Letzte Impressionen versprach ich mir von dem Duell der Bürgermeisterkanditaten am vergangenen Donnerstag Abend im Carolus Magnus Centrum (CMC) in Übach-Palenberg. Dort sollten die Kanditaten Heiner Weißborn (SPD) und Wolfgang Jungnitsch (CDU) zu diversen, im Vorfeld per E-Mail gestellten Fragen Stellung nehmen um sich dann schließlich noch den kritischen Fragen des Live-Publikums zu stellen.
Ein solches Duell ist durchaus interessant. Nicht so sehr, um die politischen Meinungen der Parteien zu verstehen, dazu hatte man in den vergangen Jahren mehr als genug Zeit, sondern vielmehr um zu sehen, wer denn demnächst der Stadt vorsteht, sie nach Außen repräsentiert und den Chef der Verwaltung macht. Hierzu hatte ich mich auf den Zweikampf der beiden Bewerber wirklich gefreut. Was ich vor Ort dann erlebte, hatte nur leider nicht den Charakter eines solchen. Ein völlig überforderter Wolfgang Jungnitsch (im folgenden WJ) versuchte nicht vollends gegen einen souveränen Heiner Weißborn (i.f. HW) unterzugehen. Dazu hatte er sich eigene “Anklatscher” mit ins Publikum geholt, welche nach diversen Aussagen von WJ dann auch artig in die Ruhe reinklatschten. Die Getreuen machten nur den Fehler, dass sie sich alle zusammen setzten, was dazu führte, dass Applaus für WJ nur aus eben dieser Ecke ertönte.
Was besonders auffiel war, dass HW sich – im Gegensatz zu WJ – tatsächlich in der Stadt auskennt, die Gegebenheiten und juristischen Feinheiten beherrscht und auch insgesamt eine gute Figur bewies. Einzig einige Spitzen in Richtung WJ schmälerten ein wenig den Klasse-Auftritt, da dies völlig unnötig war. Jeder Mensch im Publikum merkte schnell, dass es mit den rethorischen Fähigkeiten des WJ nie wirklich aufwärts ging. Darauf herum zu trampeln ist eigentlich nicht nur unschön, es ist auch Flegelhaft. Aber nun soll es gut sein, man will es ja auch nicht übertreiben.
“Und so zerbröselt der Keks nunmal” – ist wirklich ein prima Abschluss für diesen Text, oder?








Jaja, Politik ist und bleibt eben eine einzige Theatervorstellung.